Resilienz ist ein Schlagwort, das man im Zusammenhang mit Mitarbeiterzufriedenheit, Mental Health im Berufsleben und Personalentwicklung immer häufiger hört. In diesem Beitrag möchten wir euch einen Überblick darüber bieten, was der Begriff genau bedeutet, wie ihr euer Team durch Resilienz stärkt und als Kolleg:innen besonders in Übergangsphasen sowie unter Leistungsdruck gelassener zusammenarbeitet. Dafür haben wir unter anderem fünf wertvolle Tipps für euch zusammengestellt.

Wenn sich Mitarbeitende ausgebrannt und erschöpft fühlen, kann das oft mit fehlender Resilienz zusammenhängen. Diese geht jedoch nicht, wie viele annehmen, ausschließlich von einzelnen Personen aus – sie betrifft das ganze Team. Ein weiterer sehr wichtiger Punkt, auf den wir noch genauer eingehen wollen, ist: Resilienz kann man lernen und damit Herausforderungen besser meistern sowie Stress und Burn-out vermeiden.

Was ist Resilienz?

Grundsätzlich versteht man unter Resilienz die Fähigkeit, Veränderung anzunehmen, Druck standzuhalten und schwierige Lebenssituationen als Prozess anzuerkennen und stärker aus ihnen hervorzugehen.

In seinem Buch „Resilienz am Arbeitsplatz“ übersetzt der Autor Detlef Kuhn den Begriff „Resilienz“ sowohl als „psychische Widerstandsfähigkeit“ als auch als „Immunsystem der Seele“. Ein treffender Vergleich, wenn man überlegt, dass unser Körper eine Menge abkann, wenn wir ihm genügend Nahrung und Bewegung schenken.

Mit der seelischen Ausgeglichenheit verhält es sich ganz ähnlich: Wer resilient ist, kann auch unter Stress das Positive sehen und schafft es, Dinge hinzunehmen und besinnt sich in Krisenzeiten auf seine Stärken. Resiliente Menschen zeigen im Arbeitsleben die Bereitschaft, Maßnahmen zur Verbesserung der eigenen Widerstandsfähigkeit und Weiterentwicklung ihres Teams zu ergreifen.

Die gute Nachricht ist: Resilienz ist dynamisch. Die Fähigkeit zur Akzeptanz des Unveränderbaren kann also erlernt werden und für mehr Gelassenheit im Berufsalltag sorgen. Verantwortung zu übernehmen und Mitarbeitende zu fördern, ist beim Aufbau von Resilienz im Team unverzichtbar. Daher möchten wir im Folgenden detailliert auf diese Punkte eingehen.

Resilienz ist die Fähigkeit, Veränderung anzunehmen, Druck standzuhalten und schwierige Lebenssituationen als Prozess anzuerkennen und stärker aus ihnen hervorzugehen.

Welche 4 Faktoren beeinflussen die Resilienz am Arbeitsplatz?

Für die Resilienz im beruflichen Kontext sind vor allem vier Punkte besonders wichtig. Die folgenden Faktoren solltet ihr im Arbeitsalltag niemals außer Acht lassen:

  1. Positive Arbeitsumgebung: Wer sich am Arbeitsplatz wohlfühlt, steigert im Laufe der Zeit seine Resilienz. Gute Feedbackkultur, eine gesunde Work-Life-Balance, klare Strukturen und gute Organisation sind besonders wichtige Faktoren. Sie helfen Mitarbeitenden, besser mit Stress umzugehen und nach Phasen starker Arbeitsbelastung oder Konfliktsituationen schneller wieder auf ein entspanntes Level zu kommen.
  2. Gute Beziehung zu Vorgesetzten und Kolleg:innen: Mitarbeitende, die sich gut mit ihren Kolleg:innen verstehen und eine positive Beziehung zu ihren Vorgesetzten haben, sind resilienter. Ihre Fähigkeiten, Krisen zu überwinden und ihre Widerstandsfähigkeit sind nachweislich ausgeprägter als an Arbeitsplätzen, an denen es kein wertschätzendes Miteinander gibt.
  3. Klare Kommunikation und Feedbackkultur: Die BZgA (Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung) hat Leitbegriffe für Resilienz und Schutzfaktoren herausgegeben. Daraus geht unter anderem hervor, dass eine klare Kommunikation und Feedbackkultur die Resilienz im Job erhöhen. Das liegt vor allem daran, dass Mitarbeitende und Vorgesetzte Probleme früher erkennen, diese schneller lösen und dadurch konstruktiver und effektiver zusammenarbeiten. Auch das gegenseitige Aufzeigen von Grenzen baut Druck nachweislich ab und sorgt für mehr Teamzusammenhalt.
  4. Möglichkeit zur persönlichen Weiterentwicklung: Menschen mit der Möglichkeit, sich weiterzuentwickeln, ihre persönliche Entwicklung und ihr berufliches Know-how zu stärken sowie neue Erfahrungen zu sammeln, besitzen eine stärkere Fähigkeit zur Akzeptanz des Unveränderbaren. Führungskräften sei also gesagt: Wer seine Mitarbeitenden beim Wunsch nach Weiterbildung unterstützt, kann auf Dauer nur gewinnen.

Wer diese vier Faktoren lebt und mit dem ganzen Team in den Berufsalltag integriert, sorgt insgesamt für eine positive Arbeitseinstellung und mehr Optimismus. Gute Beziehungen mit Vorgesetzten, eine gesunde Feedbackkultur und klare Kommunikation sind die Basis für eine Arbeitsumgebung, in der Zufriedenheit und gute Laune überwiegen. Das resiliente Mindset lässt alle Teammitglieder aufatmen – Aufgaben werden schneller und effektiver erledigt, Konflikte schneller gelöst und falscher Perfektionismus sowie gegenseitige Schuldzuweisungen gehören der Vergangenheit an.

4 Faktoren für Resilienz am Arbeitsplatz

Schon gewusst? Ihr wollt in Zukunft zur Festigung eurer Zusammenarbeit verstärkt auf Resilienz setzen? Dann solltet ihr nicht vergessen, dass auch klare Kommunikation und guter Informationsfluss im Unternehmen wichtige Aspekte sind.

Resilienz als dynamischer Anpassungs- und Lernprozess

Unter Resilienz versteht man auch einen dynamischen Anpassungs- und Lernprozess. Dabei geht es darum, Krisen zu überwinden und die Fähigkeit zu entwickeln, sich Umbrüchen und Veränderungen anzupassen. Wer lernen möchte, resilienter zu sein, sollte sich zunächst mit seinen Stärken und Schwächen auseinandersetzen und sich realistische Zwischenziele setzen.

Der Austausch mit anderen Mitarbeitenden und die Unterstützung im Team sind wichtige Faktoren für den Erfolg. Auch regelmäßige Phasen der Entspannung sollte man nicht unterschätzen. Wer am Wochenende den Arbeits-Laptop ausgeschaltet lässt und regelmäßig Pausen einlegt, ist in der Regel resilienter als Personen, die permanent durchpowern.

Die 7 Säulen der Resilienz

In der Resilienzarbeit gibt es verschiedene Herangehensweisen. Eine, die sich besonders in den letzten Jahren als sehr effektiv erwiesen hat und immer weiter durchsetzt, sind die sieben Säulen der Resilienz, die heute viele Resilienztrainer:innen als Basis für ihre Arbeit nutzen. Sie lauten:

  1. Optimismus: „Das Glas ist halb voll!“ Wenn ihr mit dieser Einstellung durchs Leben geht, steckt ihr automatisch auch eure Kolleg:innen mit eurer positiven Energie an. Natürlich bedeutet das nicht, dass ihr euch alles schönreden müsst. Realismus und Optimismus schließen sich nicht aus.
  2. Akzeptanz: Erfolgreiche Veränderungen setzen Akzeptanz voraus. „Nimm es, wie es ist“, sagt man zu Menschen, die sich gegen Weiterentwicklung stemmen und sich wünschen, dass alles bleibt, wie es ist. Doch Achtung, es geht hier nicht um passive Toleranz oder darum, einfach alles geschehen zu lassen. Akzeptanz ist die Grundlage für positive Veränderung und bedeutet, Situationen oder Personen anzunehmen, anstatt sie zu bekämpfen – die Basis für jede gute Zusammenarbeit.
  3. Lösungsorientierung: Probleme immer wieder durchzugehen und von allen Seiten zu betrachten, führt langfristig nicht zu Lösungen. Bei der dritten Resilienzsäule geht es also darum, weniger zu grübeln und damit belastende Situationen schneller zu lösen.
  4. Netzwerke/Bindungen: In schwierigen Zeiten brauchen Menschen Personen, mit denen sie sich austauschen können. Das trifft auch auf stressige Phasen oder Situationen des Umbruchs im Berufsleben zu. Resilienztrainer:innen empfehlen daher, den Kontakt mit Kolleg:innen zu pflegen und auch in Zeiten von digitalen Arbeitsplätzen im regelmäßigen Austausch zu bleiben.
  5. Selbstfürsorge: Wer sich aktiv für seine Bedürfnisse einsetzt, kümmert sich auch um andere und hält sich nicht lange mit negativen Punkten auf. Die eigenen Wünsche nicht hinten anzustellen, stärkt nicht nur die persönliche Resilienz, sondern auch das Teamgefüge.
  6. Verantwortung übernehmen: Bei der sechsten Resilienzsäule geht es darum, zu seinen Fehlern zu stehen und die Schuld nicht auf andere zu schieben. Wer diese Regel lebt und es gleichzeitig auch noch schafft, seine Wünsche und Vorstellungen zu äußern, ist in Sachen Resilienz schon sehr weit fortgeschritten. Wer die Initiative ergreift und die Dinge beim Namen nennt, stärkt auch seine Arbeitskolleg:innen.
  7. Positive Zukunftsplanung: Die Zukunft beginnt heute! Genau aus diesem Grund solltet ihr euch nicht an der Vergangenheit festhalten. Schaut lieber neugierig und mit freudiger Erwartung in die Zukunft. „Wie werden wir uns weiterentwickeln?“, „Was erwartet uns morgen?“ – diese Fragen werdet ihr schnell beantworten können, wenn ihr euch auf eure Mission, Vision und Werte konzentriert, die euch euren Zielen näherbringen.
7 Säulen der Resilienz

Unser Tipp: Wenn ihr eure Mitarbeitenden dabei unterstützt, ihre Aufgaben zu priorisieren, tragt ihr damit effektiv zur Verbesserung der Teamresilienz bei. Wer gut priorisiert, kann sich auf die wichtigsten Aufgaben konzentrieren und vermeidet, sich von weniger wichtigen Themen ablenken zu lassen. Im Umkehrschluss führt das zu weniger Stress und ihr werdet auf Dauer besser dazu in der Lage sein, mit Herausforderungen umzugehen.

So nützt Resilienz am Arbeitsplatz dem ganzen Team

Die Uni Graz fand in einer Studie heraus, dass man den Eskalationsgrad von Konflikten am Arbeitsplatz durch Facetten des arbeitsbezogenen resilienten Verhaltens voraussagen kann. Die Expert:innen sprechen hier auch vom Resilienzbarometer. Wer die Komplexität im Zusammenspiel der unterschiedlichen Resilienzfaktoren und die Bedeutung der dahinterliegenden Dynamiken erkennt, kann die Zufriedenheit der Mitarbeitenden im Unternehmen nachhaltig steigern.

Resilienzarbeit ist wichtig: Wenn ihr die Grundlagen zur Stärkung der persönlichen Resilienz am Arbeitsplatz kennt, helft ihr auch euren Teammitgliedern. Resilienztrainings und Coachings für Mitarbeitende können die Arbeitsleistung, die psychische Gesundheit und das Wohlbefinden fördern und zu mehr Leistung sowie einer besseren Zusammenarbeit führen. Reflexion ist hier ein besonders wirkungsvoller Faktor. Mit regelmäßigen Retrospektiven schafft ihr einen festen Platz dafür.

Corporate Influencer machen es vor: Ihre Ratschläge zur Stressbewältigung und Stärkung der Widerstandskraft zählen zu den meistgelesenen Beiträgen im World Wide Web. Immer mehr Menschen begeben sich auf die Suche nach Hilfsmitteln, um ihr Wohlbefinden im Beruf und in der Ausbildung zu verbessern. Dass es dazu mehr braucht als Benefits und flexible Arbeitszeiten, wird auch immer mehr Unternehmen klar. Und das ist gut so. Wer seine Mitarbeitenden schützt, fördert die Loyalität und das Zusammengehörigkeitsgefühl im Team.

Metal Health ist ein wichtiger Aspekt der Mitarbeitergesundheit, der in unserer schnelllebigen Zeit immer mehr an Bedeutung gewinnt. Resilienzförderung ist hier ein wichtiger Schlüssel. Die Verantwortung, uns und unsere Kolleg:innen vor zu starken Belastungen zu schützen und einander zu stärken, liegt in unserer Hand.

Tipp: Neustrukturierungen und Entwicklungen hin zu mehr Agilität im Betrieb können Teams vor Herausforderungen stellen. In unseren Maßnahmen zur aktiven Begegnung von Änderungsmüdigkeit zeigen wir euch, wie ihr diese Angst durch mehr Resilienz im Arbeitsleben gar nicht erst aufkommen lasst.

So stärkt ihr die Resilienz eurer Mitarbeitenden – 5 Tipps

Was resiliente Mitarbeitende anders machen, haben wir in diesem Artikel genau erklärt. Diese fünf Tipps helfen euch dabei, euer Arbeitsklima positiv zu verändern und das Change Management in eurem Unternehmen voranzubringen:

1. Stärkt den Optimismus!

Nehmt euch in den ersten Minuten in regelmäßigen Meetings ruhig mal die Zeit, euch gegenseitig zu berichten, wofür ihr im Moment dankbar seid. Den positiven Effekt werdet ihr sofort spüren.

2. Akzeptiert Veränderungen!

Nehmt positive Veränderungen an und bestärkt eure Kolleg:innen darin, es euch gleichzutun. Hört genau hin, wenn jemand einen Vorschlag macht und tauscht euch über kritische Themen aus – ihr müsst natürlich nicht alles als gegeben hinnehmen.

3. Sprecht über Lösungen statt über Probleme!

Ein Blick in die Zukunft hilft, die Gedanken zu sortieren. „Was können wir tun, um es im nächsten Quartal besser zu machen?“, „Wie können wir es schaffen, unsere Ziele zu erreichen?“, „Brauchen wir noch Verstärkung?“, „Wer kann uns unterstützen?“ – das alles sind Fragen, deren Beantwortung eure Resilienz stärken und euch als Team voranbringen.

4. Bestärkt einander darin, auch mal Nein zu sagen!

Wer immer nur Ja sagt, ist irgendwann überlastet und landet im schlimmsten Fall im Burn-out. Um das zu vermeiden, ist es wichtig, nicht nur selbst Nein zu sagen, sondern auch Mitarbeitende darin zu bestärken, es offen mitzuteilen, wenn sie zu viel auf dem Tisch liegen haben. Eine schöne Übung fürs Warm-up in Teammeetings: Jede:r schreibt kurz auf, was ihm:ihr im Alltag fehlt und wer unterstützen kann, um es zu ändern.

5. Schafft Awareness!

Wenn ihr eure Kolleg:innen mitnehmt und euer Ziel, mehr Resilienz zu erreichen, mit ihnen teilt, werdet ihr schnell Unterstützung finden. Betriebe, die mit Resilienztrainings und Workshops zum Thema arbeiten, entwickeln erwiesenermaßen schnell einen ganz neuen Teamzusammenhalt. Wenn alle die Zusammenhänge kennen und an einem Strang ziehen, hat das auf Dauer einen sehr positiven Impact.

Resilienz am Arbeitsplatz: Was brauchen wir?

Tipp: Gute Kommunikation wirkt sich positiv auf die Resilienz im Betrieb aus. Wir zeigen euch, wie ihr interne Kommunikation messen könnt und damit für noch mehr Awareness sorgt.

Fazit: Resilienz bringt Teams ans Ziel

Wer die Bedeutung von Resilizenz im Job erkennt, fördert den Teamzusammenhalt aktiv. Resilienz ist das Stichwort, wenn es um ein Wohlfühlarbeitsklima geht. Sie sorgt dafür, dass Mitarbeitende leichter mit Veränderungen und Stress zurechtkommen und steigert die Belastbarkeit und Produktivität. Auch Optimismus, Drive und den Wunsch, gemeinsam Ziele zu erreichen und auch als Team mehr Widerstandskraft zu entwickeln, fördert ihr mit dem Aufbau von Resilienz am Arbeitsplatz.

Häufig gestellte Fragen zum Thema Resilienz am Arbeitsplatz

  • Woher kommen die 7 Säulen der Resilienz?
  • Kann Resilienz auch negative Auswirkungen haben?
  • Was hat Resilienz mit dem Feiern von Erfolgen zu tun?
  • Was kann ich tun, wenn es mir mal nicht gelingt, resilient zu sein?
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