Vormittags entspannt am Pool arbeiten und nachmittags ferne Orte und fremde Kulturen erkunden – wovon viele nur träumen, kann in eurem Unternehmen bald schon Realität werden. Das Konzept, das dahintersteckt, nennt sich Workation und meint die bewusste Kombination von Urlaub und Arbeit.

Vor allem junge Arbeitnehmende der Generationen Y und Z sprechen sich vermehrt gegen eine Büropflicht aus. Stattdessen wünschen sie sich flexible Arbeitsorte und -zeiten sowie eine bessere Work-Life-Balance. Eine Workation ist dabei ein interessantes Angebot, um Nachwuchskräfte für die Arbeit in eurem Unternehmen zu begeistern und eure Mitarbeitenden langfristig zu motivieren.

Doch wie gelingt die perfekte Workation und welche Vorteile bringt das Modell euch und eurer Belegschaft? Wir verraten es euch!

54 % der Arbeitnehmenden würden eine Kündigung in Erwägung ziehen, wenn der Arbeitgeber keine flexiblen Arbeitsorte und -zeiten ermöglicht

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Was ist eine Workation?

Der Begriff Workation ist eine Verschmelzung von „Work“ und „Vacation“.

Auf den ersten Blick mag diese Wortschöpfung etwas seltsam klingen, schließlich werden Arbeit und Urlaub in der Berufswelt meist als Gegensätze behandelt. Das Ziel einer Workation ist es, das Reisen und Arbeiten perfekt miteinander zu verbinden, sodass daraus am Ende eine fruchtbare Kombination entsteht.

Workation heißt letztendlich, zwar Urlaub vom Arbeitsplatz zu nehmen, aber nicht von der Arbeit. Stattdessen wird am Urlaubsort gearbeitet. Zwischendurch am Strand E-Mails zu beantworten, auf der Poolliege wichtige Anrufe entgegenzunehmen und im Hotelzimmer Videokonferenzen abzuhalten, ist jedoch noch lange keine Workation. Stattdessen geht es um eine bewusste Verbindung von Arbeit und Urlaub, die schließlich gut – in enger Absprache zwischen Arbeitnehmenden und Arbeitgebenden – geplant werden sollte.

Unterschied zu Work & Travel

Bei dem Konzept Work & Travel steht das Reisen klar im Vordergrund. Das Arbeiten dient hier mehr als Mittel zum Zweck: Mithilfe von Gelegenheitsjobs wird die Reisekasse aufgefüllt. Bei einer Workation haben die Reisenden stattdessen eine feste Arbeit. Sie nehmen weiterhin am Berufsleben mit allen Anforderungen und Ansprüchen teil – jedoch von ihrem Urlaubsort aus. In der Regel verbleiben sie während der Workation an einem Ort. Kleinere Reisen zwischendurch zum Ortswechsel sind aber möglich.

 

Für wen ist eine Workation geeignet?

In Zeiten von New Work ist es nicht mehr nur Selbstständigen und Freelancern sowie Freelancerinnen vorenthalten, unabhängig an jedem beliebigen Ort zu arbeiten. Mit zunehmender Digitalisierung und Möglichkeit zum Homeoffice eröffnet sich die Workation für viele Berufe und Branchen.

Inwiefern eine Workation wirklich realisierbar ist, sollte im Einzelfall abgeklärt werden. Sowohl Arbeitgebende als auch Arbeitnehmende sollten aber eine gewisse Flexibilität mitbringen. Eine Workation ist nicht für alle Menschen geeignet. Arbeitnehmende, die feste Strukturen und den engen Austausch mit den Kollegen und Kolleginnen vor Ort brauchen, profitieren eher weniger von dem Modell.

42 % der Deutschen sind offen für eine Workation

Wie gestalte ich eine Workation?

Als Arbeitgeber könnt ihr selbst festlegen, welche Workation-Modelle ihr anbieten wollt. In jedem Fall solltet ihr diese aber genau mit euren Mitarbeitenden absprechen.

Mögliche Modelle sind zum Beispiel:

  • Eure Mitarbeitenden arbeiten auch während der Workation zu ihren normalen Arbeitszeiten und können in ihrer Freizeit die Vorzüge ihres Urlaubsortes genießen.
  • Ihr ermöglicht euren Mitarbeitenden reduzierte Arbeitszeiten, sodass sie mehr Zeit für ihren Urlaub haben.
  • Ihr sprecht einen Wechsel zwischen Arbeit und Urlaub ab, zum Beispiel in einem wöchentlichen Rhythmus.

Workation bietet sich nicht nur für einzelne Mitarbeitende an. Ebenso können ganze Teams verreisen und am Urlaubsort gemeinsam arbeiten, Workshops durchführen und Ausflüge machen.

 

Voraussetzungen für Home-Office im Ausland

Die wichtigste Voraussetzung für eine gelungene Workation ist, dass Arbeitgebende und Arbeitnehmende auf demselben Nenner sind, was die Erwartungen, Konditionen und Absprachen betrifft. Zudem solltet ihr bei der Planung auf folgende Punkte achten:

  • Zeitzone: Idealerweise befindet sich der gewählte Arbeitsort eurer Mitarbeitenden in der gleichen oder einer ähnlichen Zeitzone wie euer Unternehmen. Extreme Zeitverschiebungen erschweren ansonsten die Kommunikation und die Zusammenarbeit.
  • Internetanbindung: Ob im Hotel, in der Ferienwohnung oder im Co-Working-Space – eine gute Anbindung ans Internet in der Unterkunft oder unterwegs ist Pflicht, um Remote Work am Urlaubsort möglich zu machen.
  • Arbeitsausstattung: Achtet darauf, dass eure Mitarbeitenden mit allen notwendigen Arbeitsgeräten ausgestattet sind. Beim Reisen wird gerne auf ein stark reduziertes Set-up zurückgegriffen, das leicht in den Koffer passt. Aber reicht für eine Grafikerin beispielsweise wirklich ein kompakter Laptop aus?
  • Versicherungsschutz: Klärt den Versicherungsschutz eurer Mitarbeitenden vor der Abreise ab. Prüft beispielsweise die Konditionen der betrieblichen Unfallversicherung oder der Krankenversicherung.
  • Steuern und Rechte: Beachtet die rechtlichen und steuerlichen Regelungen bei der Arbeit im Ausland. Oftmals ist eine Zusatzvereinbarung im Arbeitsvertrag notwendig. Unter Umständen wird auch eine Aufenthaltsgenehmigung benötigt.
Ein stabiles und schnelles Internet ist für 58 % der Reisenden das wichtigste Kriterium zur Auswahl des Workation-Ortes

Welche Vorteile hat eine Workation?

Eine Workation hat sowohl für Arbeitnehmende als auch Arbeitgebende zahlreiche Vorteile. Welche das genau sind, hängt von den konkreten Zielen der Workation ab. Bei manchen Mitarbeitenden steht die Entspannung im Vordergrund, andere nutzen die Zeit, um sich weiterzubilden oder ihr Netzwerk zu erweitern. Wieder andere wollen sich mehr ihrer Familie oder ihren Hobbys widmen.

Es gibt viele gute Gründe für eine Workation. Wir haben einige der wichtigsten positiven Effekte der Kombination von Work und Urlaub für euch zusammengefasst.

1. Weniger Stress

Eine Workation ermöglicht euren Mitarbeitenden, dem stressigen Arbeitsalltag zu entfliehen und in einer entspannteren Umgebung zu arbeiten. Das fördert die Gesundheit und steigert insgesamt die Zufriedenheit eurer Mitarbeitenden.

Der Tapetenwechsel bringt zudem neuen Schwung und neue Energie in den Alltag. Das Ergebnis: Eure Mitarbeitenden sind motivierter und letztendlich auch produktiver.

37 % der deutschen Arbeitnehmenden sagen, dass eine Workation sie glücklicher, entspannter und produktiver macht

2. Wertvolle Eindrücke sammeln

Reisen inspiriert. Die traumhaften Kulissen der Urlaubsorte und die Eindrücke aus den Begegnungen mit fremden Kulturen kurbeln die Kreativität an. Während ihrer Workation sammeln eure Mitarbeitenden wertvolle Erfahrungen, erweitern ihren Horizont und lernen viel Neues dazu. Vielleicht vertiefen sie ihre Sprachkenntnisse oder lernen neue Herangehensweisen kennen. All das wirkt sich positiv auf die Arbeit aus: Unternehmen profitieren von den neuen Ideen und Anregungen ihrer Mitarbeitenden.

3. Netzwerk erweitern

Spannende Begegnungen und inspirierende Gespräche gehören für viele zu einem gelungenen Urlaub dazu. Workations sind ideal, um neue Leute kennenzulernen und das private sowie berufliche Netzwerk auszubauen. Die neuen Verbindungen im Ausland kommen nicht zuletzt auch dem Unternehmen zugute.

4. Teambuilding

Eine Workation im Team stärkt das Teambuilding. Eure Mitarbeitenden haben beim gemeinsamen Urlauben und Arbeiten die Chance, sich in einer entspannten Umgebung näher kennenzulernen. Unternehmungen und spannende Ausflüge in der Freizeit erhöhen das Wir-Gefühl und den Team-Spirit. Anschließend können die Erfahrungen direkt auf die Arbeit übertragen werden.

Das Ergebnis: Ein eingespieltes Team, das aus den gemeinsamen Erlebnissen lernt, sich verbundener fühlt und sich besser versteht.

5. Mitarbeitende binden

Eine Umfrage des Fachportals workation.de hat ergeben, dass Arbeitnehmende heute bei der Wahl ihres Arbeitgebers vermehrt darauf achten, ob dieser eine Workation anbietet.

Es handelt sich dabei also um ein attraktives Angebot, das euch bei der Akquise von neuen Mitarbeitenden den entscheidenden Vorteil bringen kann.

Ebenso könnt ihr damit eure bestehenden Mitarbeitenden motivieren und an euer Unternehmen binden. Plant beispielsweise eine Workation zur Belohnung von guter Arbeit, wertschätzt die Leistung eurer Mitarbeitenden und zeigt ihnen euer Vertrauen.

51% der Befragten bevorzugen einen Arbeitgeber, der ihnen im Arbeitsvertrag eine Workation anbietet

Mögliche Nachteile einer Workation

Neben den vielen Vorteilen bringt das Workation-Konzept auch einige Herausforderungen mit sich. Wenn nicht gerade das gesamte Team gemeinsam verreist, fehlt während des Homeoffice im Ausland der direkte Austausch mit den Kollegen und Kolleginnen. Die Kommunikation ist durch die Distanz erschwert.

Wie bei anderen Homeoffice-Modellen sind hier klare Absprachen wichtig. Klärt mit euren Mitarbeitenden ab, wie und wann diese am besten erreichbar sind.

 

Tipps für eine gelungene Workation – so gelingt die Kombination von Arbeit und Urlaub

Um produktiv zu arbeiten, ist es heute nicht mehr zwingend notwendig, vor Ort im Büro zu sein. Damit die Arbeit am Urlaubsort wirklich effizient ist, solltet ihr jedoch einige Punkte beachten.

Mit unseren fünf Tipps wird die nächste Workation ein voller Erfolg.

Christoph Herzog: Der Arbeitsplatz ist nicht länger ein Ort. Er ist einfach da, wo wir produktiv sind

1. Klare Absprachen im Vorfeld

Die Workation sollte immer in enger Absprache zwischen den Mitarbeitenden und dem Arbeitgeber geplant werden. Sprecht euch ab, was ihr jeweils von der Workation erwartet. Legt das genaue Modell fest, kommuniziert die geplanten Orte und Arbeitszeiten. Nur wenn alle Beteiligten über alle Konditionen Bescheid wissen, gelingt die ortsunabhängige Zusammenarbeit ohne Hindernisse.

2. Arbeitsausstattung für Remote Work planen

Welches Equipment brauchen eure Mitarbeitenden, um an ihrem Reiseziel effizient arbeiten zu können? Wo können Abstriche gemacht werden, um das Gepäck zu erleichtern?

Auch während der Workation ist eine professionelle Arbeitsausstattung Pflicht. Vor allem eine gute Internetverbindung ist hier das A und O. Bei der Suche nach geeigneten Unterkünften und Co-Working-Spaces sollte das auf jeden Fall berücksichtigt werden. Prüft die Ausstattung im Vorfeld genauestens.

Überlegt euch zudem, welche digitalen Kommunikationskanäle und Kollaborationstools ihr euren Mitarbeitenden bereitstellen könnt, um die Zusammenarbeit zu erleichtern. Mit unserer Mitarbeiter-App erreicht ihr eure Belegschaft zu jeder Zeit – egal, wo sich eure Mitarbeitenden gerade befinden und welche Kanäle oder Endgeräte sie nutzen.

3. Für ein angenehmes Arbeitsumfeld sorgen

Auf den ersten Blick klingt es verlockend, die Arbeit gemütlich am Pool zu erledigen. Doch ist die Sonnenliege wirklich der perfekte Arbeitsplatz? Bei dreißig Grad im Schatten und einer störenden Geräuschkulisse durch andere Reisende und Gäste am Gemeinschaftspool kann die Arbeit schnell zur Qual werden.

Ein ruhiger Rückzugsort ist hier auf jeden Fall zu empfehlen. Ideal ist ein separater, klimatisierter Arbeitsraum.

4. Homeoffice im Ausland gut strukturieren

Damit bei der Workation nicht irgendwann der Urlaub vermehrt in den Vordergrund rückt und es von Tag zu Tag schwerer wird, sich statt an den Pool an den Laptop zu setzen, ist Selbstdisziplin gefragt. Hier solltet ihr euren Mitarbeitenden natürlich das nötige Vertrauen entgegenbringen.

Unterstützt sie dabei, ihren Homeoffice-Alltag zu strukturieren. Dabei helfen zum Beispiel tägliche Routinen und feste Fokuszeiten.

5. Workation-Modelle testen

Ob das Konzept Workation für euer Unternehmen und eure Belegschaft funktioniert, findet ihr am besten heraus, wenn ihr eure Mitarbeitenden befragt und verschiedene Modelle testet. So kann es für den Anfang sinnvoll sein, erst einmal kürzere Reisen in der näheren Umgebung, zum Beispiel in Deutschland und den Nachbarländern, durchzuführen.

Basierend auf diesen Erfahrungen könnt ihr dann auch Reisen in fernere Länder und Städte planen. Stellt euch dabei beispielsweise folgende Fragen:

  • Wie gut hat die Kommunikation funktioniert? Was hat für eine erfolgreiche Kommunikation noch gefehlt?
  • Welche Tools brauchen eure Mitarbeitenden für die ortsunabhängige Zusammenarbeit im Team?
  • Welches Equipment war für ein effizientes Arbeiten dringend notwendig?
  • Haben sich Erwartungen ergeben, die vorher nicht kommuniziert wurden?

Insgesamt gilt: Bevor ihr euch entscheidet, ob ihr in eurem Unternehmen die Möglichkeit zur Workation anbieten wollt, sprecht mit euren Mitarbeitenden darüber. Ist dieses Modell überhaupt gewünscht und welche Erwartungen gibt es? Mithilfe von Mitarbeiterbefragungen findet ihr heraus, was eure Mitarbeitenden brauchen, um produktiver und motivierter zu arbeiten – und ob eine Workation dabei das ideale Modell ist.

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